Diagnose-
Indikation

Orthopädie

Innere Medizin

Rheumatologie

 

 

Meduna-Klinik

Klinik am Park

Haus Diana

 

Logo_DIN_ISO

LOGO_IQMP

Logo Ral

 

Rheumatologie

 

Was ist Rheuma?

Der Begriff Rheuma umfasst mehr als 100 Krankheitsbilder, die den fließenden und ziehenden Schmerz am Bewegungssystem als wichtigstes gemeinsames Symptom haben. Meistens sind Gelenke betroffen, jedoch auch Muskeln und Sehnen. Die Sehnenansätze am Knochen, die Knochen selbst, die versorgenden Gefäße und andere Weichteilstrukturen des Bewegungssystems können mitbeteiligt sein.

Bei entzündlich rheumatischen Erkrankungen können sich auch innere Organe und die Haut am Krankheitsgeschehen mitbeteiligen.

Diagnostik:

Die Aufgabe des Rheumatologen ist es zunächst, aufgrund der vorhandenen Symptome und Befunde die rheumatische Erkrankung zu diagnostizieren. Erst auf der Basis der richtigen Diagnose kann eine erfolgversprechende Therapie gefunden werden.

Zur Sicherung der Diagnose und zur Verlaufskontrolle der Therapie müssen neben der Anamnese und den körperlichen Untersuchungen auch weitere technische diagnostische Methoden angewandt werden. Hinsichtlich der sog. bildgebenden Verfahren wird in der Klinik neben den konventionellen Röntgenmethoden die Ultraschalluntersuchung der Gelenke und des Bewegungssystems (Arthrosonographie) angewandt.

Da aber nicht nur das Bewegungssystem von rheumatischen Erkrankungen betroffen sein kann, müssen zur Untersuchung der anderen Organsysteme die wichtigsten technischen Untersuchungsmethoden bereit stehen. Diese umfassen unter anderem Ruhe- und Belastungs-EKG, Lungenfunktionsprüfung, Langzeit-EKG und Langzeit-Blutdruckmessung, Sonographie der inneren Organe und der peripheren Gefäße.

Laboruntersuchungen können einen wesentlichen Beitrag zur Diagnostik und Verlaufsbeurteilung leisten. Das Routinelabor umfasst u. a. die Bestimmung von Blutbild, Nieren-, Lebergerinnungs- und Entzündungswerten. Je nach Fragestellung wird diese Basisdiagnostik um das immunologische Labor und entsprechende Spezialuntersuchungen erweitert. Dabei werden Rheumafaktoren, verschiedene Antikörper, Antikörper gegen bestimmte Krankheitserreger und Erbfaktoren gemessen. Solche Untersuchungen werden im Blut, Urin oder in der Flüssigkeit des Gelenkpunktates vorgenommen.

Therapie:

Bestehende Schmerzen am Bewegungssystem müssen zuerst einmal beseitigt werden. Dies steigert die Lebensqualität und ist auch eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass physikalische Behandlungsmethoden überhaupt durchgeführt werden können.

Zum Einsatz kommen verschiedene Medikamente, wie nicht steriodale Antirheumatika, schwache oder stark potente Opioide, Muskelrelaxanzien und andere Präparate, die auf das Schmerzgeschehen Einfluss nehmen. Mögliche Nebenwirkungen müssen berücksichtigt werden. Eine Schmerztherapie muss immer auf den individuellen Patienten abgestimmt werden. Bei einigen Patienten ist eine kontinuierliche Schmerztherapie erforderlich. Bei anderen Patienten hingegen wird eine Bedarfsmedikation durchgeführt, die nur dann eingesetzt wird, wenn sich der Schmerz ankündigt.

Bei den entzündlich rheumatischen Erkrankungen werden zusätzlich sog. Basistherapeutika eingesetzt, die dass Fortschreiten des Krankheitsprozesses unterbrechen können. Die wichtigsten Basistherapeutika sind Methotrexat, Leflunamid, Sulfosalazin und Antimalariamittel. Diese Medikamente greifen bei richtiger Einnahme frühzeitig in das Krankheitsgeschehen ein. Krankheitsschübe werden seltener, Gelenkzerstörungen können verhindert werden.

Wenn die konventionelle Basistherapie nicht ausreichend ist, kommen sog. Biologica zum Einsatz. Diese Medikamentenklasse ist seit ca. 10 Jahren zur Therapie der entzündlich rheumatischen Erkrankungen zugelassen. Anfangs waren das allein die sog. TNF-Alpha-Blocker. In der letzten Zeit sind andere Zytokin-Antagonisten hinzu gekommen (Inhibitoren von IL1, IL6, IL20, T-Zell-Modulatoren).

Das Spektrum der Behandlungsmöglichkeiten von Biologica hat sich in den letzten Jahren erheblich erweitert. Durch die Therapie mit Biologica kann eine entzündliche rheumatische Erkrankung häufiger als früher vollständig zum Stillstand gebracht werden. Die vorgenannten Medikamente sind in der Mehrzahl verhältnismäßig nebenwirkungsarm.

Neben den medikamentösen Maßnahmen ist die physikalische Therapie ein entscheidender Baustein im vielschichtigen Therapiekonzept für unsere Patienten. Diese verfolgt das Ziel, Funktionsfähigkeit, Arbeitsfähigkeit und Beweglichkeit zu verbessern. Durch den gezielten Einsatz physiotherapeutischer Techniken (z. B. manuelle Therapie, Bobath und Schlingentisch) kann die Funktion der Gelenke erhalten und verbessert werden. Neben der Mobilisation ist ein gezielter Muskelaufbau und die Stabilität von Wirbelsäule und Gelenken zu gewährleisten.

Der Therapieerfolg wird unterstützt durch weitere physikalische Maßnahmen wie Kälte- und Wärmetherapie, Elektro- und Ultraschalltherapie, medizinische Bäder und Massagen. Eine besondere Rolle spielt auch eine ergotherapeutische Behandlung, die eine gezielte Muskelkräftigung und Gelenkmobilisation unter Einsatz von handwerklichen Techniken, Hilfsmittelberatung und Erprobung, Selbsthilfetraining, Beratung im häuslichen Bereich, Schienenversorgung, Schreibtraining, Haltungsschulung u. a. beinhaltet.

Patientenschulung:

Je mehr ein Patient über seine Krankheit weiß, umso eher hat er die Möglichkeit, auf den Verlauf seiner Krankheit selbst Einfluss zu nehmen. Er wird damit zum Partner seines behandelnden Arztes. Patienten mit entzündlichen rheumatischen Erkrankungen werden daher in unserer Klinik auch geschult. Sie lernen die Entstehung und das Fortschreiten ihrer Erkrankung zu verstehen und verschiedene therapeutische Methoden einzuordnen. Darüber hinaus leistet eine adäquate Patientenschulung einen wichtigen Beitrag zum Erhalt und zur Verbesserung der Alltagskompetenzen.